LINSE Hausprojekt

im Mietshäuser Syndikat

Schlagwort: stadtpolitik

Projektfinanzierung in Zeiten des Kleinanlegerschutzgesetzes

Das Haus, das wir auf der Schöneberger Linse bauen wollen, soll in vielerlei Hinsicht ein Gegenentwurf sein, sowohl zu den Luxusappartements und Loftwohnungen, die zur Zeit z.B. prominent um öffentliche Grünanlagen entstehen, als auch zum Wohnungsbau von der Stange, den die Landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften praktizieren.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die konsequente Umsetzung des Konzeptes der Mietwohnung. Um einzuziehen muss kein Eigenkapital investiert und kein Genossenschaftsanteil gezeichnet werden. Rund 3/4 des Gesamtinvestitionsvolumens wird über einen Bankkredit, KfW- und Neubauförderung gedeckt, das restliche Viertel leihen wir uns als Nachrangdarlehen, direkt von Privatpersonen als Direktkredite.

In Folge der Prokon-Pleite wurde im Juli 2015 das Kleinanlegerschutzgesetz erlassen. Es soll verhindern, dass Privatpersonen ihr Geld schlecht informiert in womöglich hochriskante Anlageformen investieren.

Das Kleinanlegerschutzgesetz verpflichtet Projekte, die Geld von Privatpersonen einwerben, die Risiken der Geldanlage klar zu benennen. Dabei unterscheidet es zwischen Art und Größe des Projektes. Projekte die mehr als 2.500.000€ als Direktkredite einwerben wollen, müssen jährlich einen Prospekt herausbringen, der ausführlich über deren wirtschaftliche Lage informiert. Die Herstellung eines solchen Prospektes kostet ca. 30.000€, ein Betrag den z.B. wir in einer so frühen Projektphase nicht aufbringen können.

Kleinere Projekte wie unseres sind von der Prospektpflicht ausgenommen. Sie können Direktkredite entweder innerhalb einer Bagatellgrenze einwerben, oder, sofern sie eine gemeinnüztige, kirchliche oder soziale Zielsetzung haben, ein Vermögensinformationsblatt bei der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hinterlegen.

Erst wenn wir den Zuschlag für eines der Grundstücke auf der Schöneberger Linse erhalten haben, können wir dort ein Haus bauen, bezahlbare Mieten einnehmen und davon Zins und Tilgung zahlen. Bis dahin können Sie uns aber bereits mit Direktkreditzusagen unterstützen. Diese müssen wir bei der Bank vorlegen, um dort ein Darlehen zu erhalten. Detaillierte Informationen finden Sie bei Finanzierung.

Unsere Pressemitteilung zum Start des Konzeptverfahrens!

Ein anderes Wohnen ist möglich. Berlin braucht neue Konzepte!

Hausprojekte bewerben sich um Grundstücke in Schöneberg, um neuen Wohnraum zu schaffen: solidarisch, innovativ und kreativ!

Pressemitteilung zum Start des Konzeptverfahrens für die Schöneberger Linse am 15.3.

Heute, am 15.3.2016, startet das zweistufige Konzeptverfahren für vier Grundstücke in Schöneberg (Gesamtfläche 3550 qm) unter dem Motto „Wir.Ihr.Gemeinsam“. Gebaut werden soll auf der sogenannten Schöneberger Linse, sehr zentral gegenüber dem Bahnhof Südkreuz gelegen (http://www.bim-berlin.de/immobilien/).

Laut Ausschreibung der BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) sollen die Grundstücke an einen öffentlichen Träger, eine Genossenschaft und zwei Baugruppen vergeben werden. Doch ist das alles, was in Berlin an innovativen neuen Konzepten vorstellbar ist?
Wir meinen NEIN. Wir, das ist eine Gruppe von Hausprojektinitiativen in Berlin, die nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats neuen Wohnraum schaffen will. Um das formal anspruchsvolle Konzeptverfahren zu bestehen, haben wir uns zum Initiativenverbund Schöneberger Linse zusammengeschlossen und werden uns bewerben.Wir wollen einen Neubau mit:

  • Gemeinwohlorientiertem Gewerbe im Erdgeschoss
  • Niedrigen Mieten, über die zeitliche Befristung einer Wohnungsbauförderung hinaus
  • Selbstverwaltung durch die MieterInnen
  • Schutz gegen Rückumwandlung in Eigentum
  • Innovativen Ideen und Input für die künftige Stadtplanungspolitik in Berlin

Damit füllen wir die Idee eines Konzeptverfahrens zum Verkauf von landeseigenen Grundstücken mit Leben. Die BIM schreibt auf ihrer website: „Wie der Name schon sagt, ist neben dem Kaufpreis das entscheidende Kriterium die Qualität des Nutzungskonzepts, die kreative Idee, die im Idealfall das Potential hat, die Attraktivität des Standorts zu stärken, ja vielleicht sogar positiv auf den ganzen Bezirk abzustrahlen.” (http://www.bimberlin.de/immobilien/verkauf/verkaufsverfahren/)

Finanzieren und verwalten möchten wir unser Haus mit Hilfe des Modells des Mietshäuser Syndikats. Ein bewährtes Konzept, das auf Eigeninitiative, Selbstverwaltung, kreative Ideen und Solidarität auch zwischen den Hausprojekten setzt. Bundesweit gibt es über 100 funktionierende Hausprojekte, die mit diesem Modell finanziert wurden (http://www.syndikat.org/de). Damit bieten wir eine Alternative zum renditegetriebenen Wohnungsneubau und wollen uns in die Diskussionen um eine neue Stadtpolitik einmischen, die auch an anderen Standorten wie dem Dragonerareal in Kreuzberg oder der Großgörschenstraße geführt werden.

Mehr Info: www.schoeneberger-linse.de
Kontakt: pr-linse@riseup.net

Wir freuen uns auf Interviewanfragen zu Konzeptverfahren, Berliner Wohnungspolitik und dem Mietshäuser Syndikat!

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